Die ersten 90 Tage als neuer Fachhändler: die Checkliste

HÄNDLER WERDEN: Die ersten 90 Tage als neuer Fachhändler: die Checkliste – Ratgeber für Händler, Medusafilters B2B

Die kurze Antwort: In den ersten 90 Tagen entscheidet sich, ob Raucherzubehör bei dir eine Randkategorie bleibt oder zur festen Umsatzsäule wird. Starte schmal mit einem klaren Basissortiment, gib ihm einen sichtbaren Platz, miss nach vier Wochen den Abverkauf und verbreitere erst danach. Wer sofort breit einkauft, bindet Kapital in Ware, die sich nicht dreht.

Das Wichtigste auf einen Blick

Warum die ersten 90 Tage über die Kategorie entscheiden

Raucherzubehör ist Verbrauchsware. Filter, Papers und Feuerzeuge sind irgendwann leer, und genau daraus entsteht der Wiederkauf, der die Kategorie für dich rechnet. Diese Mechanik braucht aber einen Anlauf: Deine Kunden müssen erst lernen, dass es die Artikel bei dir gibt — und dass sie beim nächsten Mal wieder da sind.

Deshalb sind die ersten drei Monate keine Testphase im Sinne von „mal schauen“, sondern eine Lernphase mit klarer Aufgabe. Du sammelst in dieser Zeit die einzigen Daten, die für dein Sortiment wirklich zählen: die Abverkaufszahlen deines eigenen Ladens. Marktweite Erfahrungswerte helfen bei der Auswahl, aber welches Format in deiner Lage tatsächlich läuft, sagt dir nur dein Kassenbon.

Der zweite Grund ist wirtschaftlich. Wer zum Start alles auf einmal einkauft, bindet Kapital in Ware, die noch keine Geschichte hat. Ein schmales Sortiment mit ausreichender Tiefe kostet weniger, läuft schneller leer und liefert dir dadurch schneller belastbare Zahlen — der bessere Ausgangspunkt für alles Weitere.

Der 90-Tage-Fahrplan im Überblick

Die drei Phasen bauen aufeinander auf. Jede hat ein Ziel und eine Kennzahl, an der du erkennst, ob du weitergehen kannst.

Phase Zeitraum Fokus Woran du den Erfolg erkennst
Aufbau Tag 1–30 Basissortiment einkaufen, Platz festlegen, Team briefen Alle Artikel sind ausgezeichnet, sichtbar und im System erfasst
Messen Tag 31–60 Abverkauf je Artikel erfassen, Bestelltakt einführen Du kennst deine drei schnellsten und drei langsamsten Artikel
Ausbauen Tag 61–90 Schnelldreher vertiefen, Ladenhüter ersetzen, Zweitplatzierung testen Kein Artikel des Kernsortiments war zwischendurch leer

Wichtig ist die Reihenfolge. Wer in Phase eins schon verbreitert, hat in Phase zwei nichts zu messen — die Mengen je Artikel werden zu klein, um daraus etwas abzuleiten.

Tag 1–30: schmal starten, sichtbar platzieren

Der Einstieg gelingt mit wenigen Artikeln in ausreichender Tiefe. Ein bis zwei Formate Aktivkohlefilter in zwei Gebindegrößen, zwei bis drei gängige Papers-Formate, Feuerzeuge und ein Grinder decken den größten Teil der Nachfrage ab. Welche Artikel konkret in dieses Startpaket gehören, steht ausführlich im Beitrag zum Basissortiment für den Start.

Genauso wichtig wie die Auswahl ist der Platz. Raucherzubehör funktioniert im Regal nur, wenn es als zusammenhängender Block erkennbar ist — verteilt auf drei Ecken des Ladens findet es niemand. Lege in der ersten Woche fest, wo die Kategorie dauerhaft steht, und ändere das in den 90 Tagen nicht mehr. Welche Fläche sich dafür eignet und was an die Kasse gehört, zeigt der Beitrag zur POS-Platzierung.

Drei Dinge, die in den ersten 30 Tagen erledigt sein sollten:

1. Auszeichnung. Jeder Artikel hat einen lesbaren Preis. Fehlende Preise kosten Verkäufe, weil viele Kunden nicht nachfragen, sondern weitergehen.

2. Warenwirtschaft. Jeder Artikel ist mit eigener Nummer im Kassensystem angelegt. Ohne saubere Erfassung kannst du in Phase zwei nichts messen.

3. Team-Briefing. Alle im Laden wissen, wo die Artikel stehen und können die drei häufigsten Fragen beantworten: Welche Größe, welches Material, welches Format passt wozu.

Tag 31–60: messen statt raten

Ab dem zweiten Monat hast du erste Bewegung im Regal — und damit die Grundlage für jede weitere Entscheidung. Notiere wöchentlich, wie viele Einheiten je Artikel verkauft wurden. Das kann eine Tabelle sein oder ein Auszug aus dem Kassensystem; entscheidend ist die Regelmäßigkeit, nicht das Werkzeug.

Aus diesen Zahlen ergeben sich zwei Kennzahlen, die für einen kleinen Laden völlig ausreichen. Die erste ist der wöchentliche Abverkauf je Artikel. Die zweite ist die Reichweite: aktueller Bestand geteilt durch den wöchentlichen Abverkauf. Liegt die Reichweite unter deiner Lieferzeit plus Puffer, gehört der Artikel auf die Bestellliste. Wie sich daraus eine belastbare Nachbestellung ableitet, beschreibt der Beitrag zur Bestandsplanung.

Führe in dieser Phase außerdem einen festen Bestelltag ein. Ein Wochentag, an dem du die Liste durchgehst und die Bestellung rausschickst — das verhindert, dass Lücken tagelang stehen bleiben. Genau diese Lücken sind in der Startphase besonders teuer: Ein Kunde, der zweimal vor einem leeren Fach steht, hat sich eine andere Bezugsquelle gesucht, bevor deine Kategorie überhaupt richtig angelaufen ist.

Tag 61–90: vertiefen, aussortieren, verankern

Im dritten Monat weißt du, was läuft. Jetzt ist der Zeitpunkt, gezielt zu verbreitern — aber entlang deiner Zahlen, nicht entlang des Katalogs. Drei Bewegungen sind sinnvoll:

Schnelldreher vertiefen. Von den Artikeln, die sich nachweislich drehen, führst du die nächstgrößere Gebindegröße oder eine zweite Farbvariante. Das ist der risikoärmste Ausbau, den es gibt.

Ladenhüter ersetzen. Artikel, die sich in 60 Tagen kaum bewegt haben, bekommen eine letzte Chance auf Sichthöhe. Bewegt sich nichts, weicht der Platz einem Schnelldreher — der Regalmeter ist wertvoller als der Restbestand.

Zweitplatzierung testen. Ein kleines Display an der Kasse für den Impulskauf ergänzt das Hauptregal, ohne es zu ersetzen. Was sich dafür eignet und was nicht, steht im Beitrag zur Kassenzone.

Am Ende der 90 Tage sollte das Ganze eine Routine sein: Regalcheck, Bestelltag, ein Blick auf die Zahlen. Ab hier geht es nicht mehr um den Aufbau, sondern um Verlässlichkeit — und die ist der stärkste Hebel, wenn du aus Laufkundschaft Stammkunden machen willst.

Die vier häufigsten Fehler in der Startphase

Zu breit einkaufen. Der Klassiker: Von allem etwas, von nichts genug. Das Ergebnis sind viele halbleere Fächer, keine belastbaren Zahlen und gebundenes Kapital.

Zu früh urteilen. Nach zwei Wochen lässt sich nicht sagen, ob ein Artikel funktioniert. Gib jedem Artikel mindestens 30 Tage auf einem guten Platz, bevor du ihn bewertest.

Zu spät nachbestellen. „Nächste Woche zusammen mit dem Rest“ ist der teuerste Satz der Startphase. Der Bestelltag steht fest, auch wenn nur drei Artikel drauf sind.

Den Platz ständig ändern. Kunden lernen Standorte. Wer die Kategorie in den ersten Monaten zweimal umräumt, fängt jedes Mal von vorne an.

Was du dafür aus dem Einkauf brauchst

Ein Start funktioniert nur mit einem Lieferanten, der kleine Bestellungen mitmacht. Bei uns gibt es keine Mindestabnahme — du kannst also schmal starten und im Wochentakt nachlegen, statt zum Einstieg ein großes Lager aufzubauen. Innerhalb Deutschlands liefern wir ab 200 € versandkostenfrei, in der EU ab 500 €; deine Händlerpreise siehst du nach dem B2B-Login.

Für die Beratung an der Theke hilft es, die Produktfakten parat zu haben: Alle Filter arbeiten mit 6-mm-Kokosnuss-Aktivkohle, sind vegan und haben Cellulose-Caps, gefertigt wird in Heilbronn. Diese Konstanz ist im Aufbau viel wert, weil deine Kunden bei jedem Nachkauf dasselbe Produkt bekommen. Wenn du später mit einer Eigenmarke arbeiten willst, findest du die Rahmenbedingungen auf unserer Seite zu White Label — für die ersten 90 Tage ist das aber noch kein Thema.

Noch kein Konto? Hier registrierst du dich als Händler — die Freischaltung erfolgt in der Regel am selben Werktag, Bestandskunden bestellen auf Rechnung mit 30 Tagen Ziel. 💜

Häufige Fragen

Wie breit sollte das Startsortiment im Raucherzubehör sein?

Schmal und tief statt breit und dünn. Ein bis zwei Formate Aktivkohlefilter in zwei Gebindegrößen, zwei bis drei Papers-Formate, Feuerzeuge und ein Grinder decken den Großteil der Nachfrage ab. Diese Artikel führst du in ausreichender Menge, damit nichts leer läuft. Erst wenn du weißt, was sich dreht, lohnt sich die Verbreiterung — vorher bindet Auswahl nur Kapital.

Wann sollte ich das erste Mal nachbestellen?

Sobald du den ersten Abverkaufsrhythmus siehst, spätestens nach vier Wochen. Wichtiger als der Zeitpunkt ist der feste Takt: Ein fixer Bestelltag pro Woche verhindert, dass Lücken zwischen zwei Impulsen liegen bleiben. Weil es bei uns keine Mindestabnahme gibt, kannst du auch kleine Lücken kurzfristig schließen, statt auf eine große Sammelbestellung zu warten.

Welche Kennzahlen brauche ich in den ersten 90 Tagen?

Drei reichen: Abverkauf pro Artikel und Woche, Reichweite deines Bestands in Wochen und der Anteil der Artikel, die sich gar nicht bewegen. Mehr braucht ein kleiner Laden nicht, um zu entscheiden, was nachbestellt, was reduziert und was ausgelistet wird. Ein Blatt Papier oder eine simple Tabelle genügt völlig.

Was mache ich mit Artikeln, die sich nach 90 Tagen nicht drehen?

Erst den Platz prüfen, dann die Entscheidung treffen. Viele vermeintliche Ladenhüter stehen schlicht falsch — auf Kniehöhe, hinter der Kasse oder ohne Preisauszeichnung. Bringe den Artikel für vier Wochen auf Sichthöhe. Bewegt er sich dann immer noch nicht, gehört er nicht in dein Sortiment; der Regalplatz ist wertvoller als der Restbestand.

Wie lange dauert die Freischaltung als Händler?

In der Regel am selben Werktag. Du registrierst dich mit deinen Gewerbedaten, wir prüfen sie und schalten dein Konto frei — danach siehst du deine Händlerpreise nach dem B2B-Login und kannst direkt bestellen. Innerhalb Deutschlands liefern wir ab 200 € versandkostenfrei, in der EU ab 500 €. Bestandskunden können auf Rechnung mit 30 Tagen Ziel bestellen.

Brauche ich für den Start schon eine Eigenmarke?

Nein. In den ersten 90 Tagen geht es darum, überhaupt einen belastbaren Abverkauf aufzubauen — dafür ist ein etabliertes Markensortiment der schnellere Weg. White Label wird erst dann interessant, wenn du konstante Mengen bewegst und deine Bestseller kennst. Dann lohnt der Blick auf eine Eigenmarke, vorher bindet sie nur Zeit und Kapital.