Liquidität und Einkauf planen: Bestellungen, bei denen die Kasse nicht leer läuft

LADENBETRIEB – LIQUIDITÄT: Liquidität und Einkauf planen: Bestellungen, bei denen die Kasse nicht leer läuft – Ratgeber für Händler, Medusafilters B2B

Die kurze Antwort: Liquidität und Einkauf planst du am besten gemeinsam in einem einfachen Wochenplan. Trage Kontostand, erwartete Einnahmen und alle fälligen Zahlungen der nächsten vier bis acht Wochen ein, und lege Bestellungen erst danach fest. Schnelldreher bestellst du im festen Rhythmus, Langsamdreher nur bei Bedarf, und jede Lieferantenrechnung steht mit ihrem Fälligkeitsdatum im Plan. So bleibt die Kasse auch in starken Einkaufsmonaten gedeckt.

Warum die Liquidität im Einkauf entschieden wird

In einem kleinen Laden ist der Wareneinkauf meist der größte variable Ausgabenblock. Miete und Löhne kommen jeden Monat in ähnlicher Höhe, beim Einkauf dagegen entscheidest du jede Woche neu, wie viel Geld das Konto verlässt. Genau dort liegt der Hebel. Wer zu viel auf einmal bestellt, bindet Geld in Ware, die erst in Wochen oder Monaten wieder zu Umsatz wird. Wer zu wenig bestellt, verliert Umsatz, weil Schnelldreher fehlen.

Das Tückische: Ein Laden kann profitabel arbeiten und trotzdem in Zahlungsnot geraten. Der Gewinn steht dann im Regal und nicht auf dem Konto. Spätestens wenn die Umsatzsteuer-Vorauszahlung, die Miete und mehrere Lieferantenrechnungen in dieselbe Woche fallen, wird es eng. Ein Blick auf den Lagerumschlag zeigt dir, wie lange dein Geld im Schnitt in der Ware steckt.

Gewinn ist nicht gleich Geld auf dem Konto

Die Gewinnrechnung zeigt, ob dein Geschäft sich lohnt. Der Kontostand zeigt, ob du deine Rechnungen bezahlen kannst. Beides hängt zusammen, läuft aber zeitlich versetzt: Ware wird heute bezahlt und erst später verkauft, Steuern werden für vergangene Umsätze fällig. Deshalb braucht jeder Laden neben der Buchhaltung einen einfachen Blick nach vorn.

Ein Liquiditätsplan für den Einkauf auf einer Seite

Du brauchst dafür keine Software. Eine Tabelle mit einer Spalte pro Woche reicht. Wichtig ist, dass du sie regelmäßig pflegst, am besten an einem festen Termin vor deiner Bestellrunde. Diese Zeilen gehören hinein:

Zeile im Liquiditätsplan Was du einträgst Woher die Zahl kommt
Kontostand am Wochenanfang Was tatsächlich auf dem Geschäftskonto liegt, plus Bargeld in der Kasse Kontoauszug, Kassenabschluss
Erwartete Einnahmen Umsatz der kommenden Wochen, vorsichtig geschätzt Kassensystem, Vorjahreswerte derselben Wochen
Feste Ausgaben Miete, Löhne, Versicherungen, Leasing, Abos Verträge, Daueraufträge
Steuern und Abgaben Umsatzsteuer-Vorauszahlung, Lohnsteuer, Vorauszahlungen Steuerberater, Finanzamt-Bescheide
Fällige Lieferantenrechnungen Rechnungen nach Fälligkeitsdatum, nicht nach Bestelldatum Rechnungsordner, Zahlungsziele
Geplante Bestellungen Einkäufe der nächsten Wochen mit Zahlungsdatum Bestellrhythmus, Saisonplan
Saldo am Wochenende Kontostand plus Einnahmen minus alle Ausgaben Ergibt sich aus den Zeilen darüber

Der entscheidende Wert ist der Saldo am Ende jeder Woche. Rutscht er in einer der kommenden Wochen unter deine persönliche Sicherheitsreserve, verschiebst du Bestellungen, verkleinerst Mengen oder ziehst Abverkaufsaktionen vor, bevor es eng wird. Eine saubere Belegablage macht die Pflege deutlich schneller, weil du Fälligkeiten nicht suchen musst.

Einnahmen vorsichtig schätzen

Plane Einnahmen eher zu niedrig als zu hoch. Als Grundlage dienen die Umsätze derselben Wochen im Vorjahr und die letzten vier Wochen aus deinem Kassensystem. Welche Berichte dafür taugen, steht im Ratgeber Kassensystem-Auswertungen nutzen. Feiertage, Ferien und Baustellen vor der Tür gehören als Abschlag in die Schätzung.

Eine Sicherheitsreserve festlegen

Lege fest, welcher Betrag mindestens auf dem Konto bleiben soll, etwa die festen Kosten eines Monats. Diese Reserve ist kein Einkaufsbudget. Sie fängt schwache Wochen, unerwartete Reparaturen oder eine verspätete Zahlung eines Großkunden ab.

Bestellrhythmus und Mengen: Einkauf planen nach Drehgeschwindigkeit

Nicht jede Ware braucht dieselbe Einkaufsregel. Wenn du dein Sortiment nach Drehgeschwindigkeit einteilst, kannst du Geld dort einsetzen, wo es schnell zurückkommt, und dort sparen, wo es lange liegt.

Warengruppe Typisches Verhalten Einkaufsregel für die Kasse
Schnelldreher (z. B. Filter, Papers) Werden laufend nachgekauft, Lücken kosten sofort Umsatz Fester Bestellrhythmus, Mindestbestand definieren, nie ausgehen lassen
Normale Dreher Verkaufen sich gleichmäßig, aber langsamer Im selben Rhythmus mitbestellen, kleinere Mengen
Langsamdreher Liegen Wochen bis Monate im Regal Nur nachbestellen, wenn wirklich nachgefragt, Sortiment prüfen
Neuheiten Unklarer Absatz, hohe Neugier am Anfang Kleine Testmenge, nach zwei bis vier Wochen auswerten
Saisonware Starker Absatz in einem kurzen Zeitfenster Früh planen, Menge am Vorjahr ausrichten, Restmengen einplanen

Für Schnelldreher wie 6-mm-Aktivkohlefilter lohnt sich ein fester Mindestbestand: Fällt der Bestand darunter, wird nachbestellt. So vermeidest du Panikbestellungen und gleichzeitig zu volle Lager. Wie du Mindestbestände ermittelst, erklärt der Ratgeber Bestandsplanung für Raucherzubehör. Welche Gebinde sich für welchen Absatz eignen, findest du unter Aktivkohlefilter-Gebinde für Händler und direkt in der Übersicht aller Aktivkohlefilter im B2B-Shop.

Kleiner und öfter statt groß und selten

Für dein Konto ist ein kürzerer Rhythmus meist günstiger, weil weniger Geld gleichzeitig gebunden ist. Bei Medusafilters gibt es keine Mindestabnahme, du kannst also auch kleine Mengen nachbestellen. Innerhalb Deutschlands ist der Versand ab 200 € Bestellwert kostenfrei, in die EU ab 500 €. Viele Händler legen ihren Rhythmus so, dass jede reguläre Nachbestellung diese Schwelle erreicht, ohne dass sie auf Vorrat kaufen müssen.

Neuheiten mit Testmengen einführen

Neue Artikel sind der häufigste Grund für gebundenes Geld. Starte mit einer kleinen Menge, gib dem Artikel eine gute Platzierung und werte nach zwei bis vier Wochen aus. Wie das konkret geht, steht im Ratgeber Neuheiten ins Regal bringen. Für einen ersten Test eignen sich auch Sample-Pakete.

Zahlungsziele und Fälligkeiten in der Liquiditätsplanung

Ein Zahlungsziel verschiebt den Abfluss vom Bestelltag auf das Fälligkeitsdatum. Bei Schnelldrehern hast du einen Teil der Ware oft schon verkauft, bevor die Rechnung bezahlt werden muss. Das entlastet die Kasse spürbar, aber nur, wenn du die Fälligkeit sofort einträgst. Sonst stapeln sich Rechnungen aus mehreren Bestellungen unbemerkt in derselben Woche.

Bestandskunden können bei Medusafilters auf Rechnung mit 30 Tagen Zahlungsziel bestellen. Welche Zahlungsarten im B2B-Einkauf sonst üblich sind und wofür sie sich eignen, erklärt der Ratgeber Zahlungsarten im B2B-Einkauf.

Fälligkeiten bündeln oder verteilen

Prüfe einmal im Monat, wann deine größten Zahlungen fällig werden. Fallen Miete, Steuer-Vorauszahlung und mehrere Lieferantenrechnungen in dieselbe Woche, lohnt es sich, Bestelltermine zu verschieben. Ziel ist ein gleichmäßiger Abfluss statt einzelner Spitzen.

Liquidität vor dem Jahresendgeschäft planen

Die Wochen vor dem Jahresende sind für viele Läden die umsatzstärkste Zeit, und genau deshalb auch die riskanteste für die Kasse. Die Ware muss vorher im Haus sein, der Umsatz kommt erst später. Plane deshalb früh: Welche Mengen hast du im Vorjahr verkauft, welche Geschenkartikel liefen gut, was blieb übrig? Der Ratgeber Q4-Bevorratung im Headshop hilft bei den Mengen, die Geschenkfläche im Q4 bei der Auswahl.

Für deinen Kontostand heißt das: Teile den Saisoneinkauf in zwei oder drei Bestellungen auf. Die erste deckt den sicheren Grundbedarf, die weiteren folgen, wenn du siehst, was sich wirklich verkauft. Und plane den Januar gleich mit, denn nach dem Jahresendgeschäft wird es meist ruhiger, während Miete und Steuern weiterlaufen. Was nach der Saison übrig bleibt, verkaufst du besser gezielt ab, wie im Ratgeber Saisonware abverkaufen statt abschreiben beschrieben.

Warnsignale für knappe Liquidität und was du tun kannst

Engpässe kündigen sich fast immer an. Achte auf diese Zeichen:

  • Volles Lager, knappes Konto: Ein Zeichen, dass zu viel Geld in langsam drehender Ware steckt.
  • Aufgeschobene Nachbestellungen: Wenn du Schnelldreher nicht nachbestellst, weil das Geld fehlt, verlierst du doppelt.
  • Rechnungen, die überraschen: Fälligkeiten, die nicht im Plan standen, deuten auf eine Lücke in der Planung hin.
  • Regelmäßige Überziehung: Der Dispo wird vom Notfall zum Normalfall.

Die wirksamsten Gegenmaßnahmen sind meist einfach: Langsamdreher identifizieren und abverkaufen, Neuheiten vorerst nur in Testmengen bestellen, den Bestellrhythmus verkürzen und das Sortiment straffen. Eine Inventur liefert dafür die Grundlage, die Sortimentsbereinigung zum Jahreswechsel den passenden Zeitpunkt. Bei größeren Engpässen sprichst du frühzeitig mit deinem Steuerberater oder deiner Bank, nicht erst, wenn eine Zahlung platzt.

Einkauf und Liquidität mit Medusafilters planen

Für das Kernsortiment eignen sich Artikel, die regelmäßig nachgekauft werden und sich gut im festen Rhythmus planen lassen, etwa 6-mm-Aktivkohlefilter mit Kokosnuss-Aktivkohle und Cellulose-Caps, hergestellt in Heilbronn. Noch kein Händlerzugang? Über Händler werden registrierst du dich, die Freischaltung erfolgt in der Regel am selben Werktag. Die Händlerpreise siehst du nach dem B2B-Login. 💜

Häufige Fragen

Was bedeutet Liquidität für einen kleinen Laden?

Gemeint ist, dass du deine Rechnungen bezahlen kannst, wenn sie fällig werden: Miete, Löhne, Steuern und die Rechnungen deiner Lieferanten. Ein Laden kann auf dem Papier Gewinn machen und trotzdem in Zahlungsnot geraten, wenn zu viel Geld in Ware steckt, die noch nicht verkauft ist. Deshalb lohnt es sich, Einkauf und Kontostand gemeinsam zu planen statt getrennt.

Wie oft sollte ich meinen Liquiditätsplan aktualisieren?

Für einen kleinen Laden reicht ein fester Termin pro Woche, zum Beispiel montags vor der Bestellrunde. Du trägst den aktuellen Kontostand ein, ergänzt die Einnahmen der Vorwoche und prüfst, welche Zahlungen in den nächsten vier bis acht Wochen anstehen. In Monaten mit großen Einkäufen, etwa vor dem Jahresendgeschäft, lohnt sich ein zusätzlicher Blick in der Monatsmitte.

Ist es besser, selten groß oder oft klein zu bestellen?

Für deine Kasse ist ein kürzerer Rhythmus mit kleineren Mengen meist günstiger, weil weniger Geld gleichzeitig im Regal gebunden ist. Dem stehen Versandkosten und Aufwand pro Bestellung gegenüber. Ein guter Mittelweg: Schnelldreher im festen Rhythmus nachbestellen, Langsamdreher nur bei Bedarf und neue Artikel zunächst in kleinen Mengen testen, bevor du tiefer einsteigst.

Wie hilft ein Zahlungsziel beim Einkauf?

Mit einem Zahlungsziel bezahlst du die Ware erst einige Wochen nach der Lieferung. Dreht ein Artikel schnell, hast du einen Teil davon schon verkauft, bevor die Rechnung fällig wird. Wichtig ist, die Fälligkeit sofort in deinen Wochenplan einzutragen, damit sie nicht überrascht. Bei Medusafilters können Bestandskunden auf Rechnung mit 30 Tagen Zahlungsziel bestellen.

Woran erkenne ich, dass zu viel Geld im Lager steckt?

Typische Zeichen sind volle Lagerregale bei gleichzeitig knappem Konto, Artikel, die seit Monaten nicht verkauft wurden, und Nachbestellungen, die du aufschiebst, obwohl Schnelldreher fehlen. Eine Inventur oder eine Auswertung aus dem Kassensystem zeigt schnell, welche Ware langsam dreht. Diese Artikel solltest du gezielt abverkaufen, statt neues Geld in weitere Langsamdreher zu stecken.